Teil 1

 

Während meines Studiums der Geographie war ich dazu angehalten ein mehrwöchiges Praktikum zu absolvieren. Da ich bis 2006 bereits ein Jahr in Italien studiert hatte und mir die italienische Lebensart sehr zusagte, fühlte ich mich sprachlich sicher genug, auch mein Praktikum dorthin zu verlegen. Einer meiner Dozenten empfahl mir seine damalige Kommilitonin, die dauerhaft auf der toskanischen Insel Elba lebt und dort als freiberufliche Reise- und Wanderleiterin arbeitet. Marlies leitete damals den selbst gegründeten Verein „Teams4nature“ , der mich als naturverbundene Frau sehr ansprach. Ich nahm also Kontakt zu ihr auf und es gestaltete sich alles sehr einfach und fließend, bis ich mit meinem Koffer in der einen und meinem Laptop in der anderen Hand vor ihr und ihrem wunderbaren Haus stand. Marlies empfing mich mit einem warmen Lächeln und wies mir ein Gartenhäuschen als meine Unterkunft für die nächsten sechs Wochen zu. Ich stellte arbeitswillig und getrieben vom leistungsorientierten Geist eines Städters mein Gepäck ab und machte Marlies verständlich, dass ich nun zu arbeiten bereit wäre. Dann sprach sie einen Satz, den ich nie wieder vergessen habe: „Heute ist erst mal nur ankommen angesagt.“

Und schon war ich überfordert. Ich wollte doch arbeiten! Ich hatte ja schon den halben Tag mit der Anreise verplempert und jetzt verlangte sie, dass ich ruhigen Gewissens nichts tue?! Die Gedanken in mir fuhren Karussell. Einerseits war es natürlich herrlich, sich an einem so schönen warmen sonnigen Ort einfach ausruhen zu dürfen, aber war das denn ernst gemeint? Durfte ich das wirklich? Ich war doch zum Schaffen da. In Casa Calendula lag so alles andere als eine Arbeitsatmosphäre in der Luft. Auch die Einrichtung ihres Hauses war so sonderbar. Alles lebte irgendwie und trug einen Schein von Heiterkeit um sich, der mich befremdete und ich dachte: „Hier gehöre ich nicht hin. Ich glaube ich fahre wieder nach Hause.“ Drei Tage habe ich mit der Entscheidung gerungen, obwohl ich schon beim ersten Aufkommen dieses Gedankens tief in mir spürte, dass ich viel zu neugierig auf diese Marlies und ihre Lebensweise war, um einfach wieder nach Hause zu fahren.

So freundete ich mich langsam mit ihr und den anderen Gästen auf Casa Calendula an, die alle gekommen waren, um mit in Marlies‘ Licht zu schweben. Auch mich hat ihr Licht berührt. Doch damals war es mir noch nicht bewusst. Ich lag Nacht für Nacht in meinem Gartenhäuschen bei Kerzenschein und hatte nichts als Natur um mich herum. Damals las ich den Alchimisten von Paolo Coelho und etwas tief in mir fühlte sich verstanden und zu Hause.

Teil 2

 

Im November 2010 war ich bei einer Bekannten in der Kölner Südstadt zu ihrem Geburtstag eingeladen. Ich kam mit vielen Leuten ins Gespräch und so erzählte mir einer von ihnen mit groß aufgerissenen Augen, was ihm vor ein paar Tagen passiert war.  Er traf auf der Straße völlig unverhofft einen alten Schulkameraden, von dem er wusste, dass er nach der Schule studierte und Unternehmer geworden war. Dieser erzählte ihm dann, dass er nun Schamane sei. Der Geburtstagsgast war völlig verblüfft, wie man vom erfolgreichen Unternehmer zum Schamanen werden kann. Während ich seine Verblüffung über diese ungewöhnliche Lebensgeschichte teilte schrieb ich mir den Namen des Schamanen, Martin Brune, auf einen Zettel, da es aus irgendeinem Grund mein Interesse geweckt hatte.  Seine Praxis war angeblich in der Kölner Südstadt und ich nahm mir vor irgendwann einmal dort vorbei zu gehen, um zu schauen, was ein Schamane in Deutschland denn so macht. Der Begriff des Wunderheilers oder Geistheilers war mir aus Marokko bereits bekannt. Dort geht man auch heute noch zum Schamanen oder Medizinmann, so wie wir hier vielleicht einen Heilpraktiker aufsuchen.  Da ich zu dieser Zeit meine Diplomarbeit schrieb, war ich aber alles andere als entspannt und im Gleichgewicht und habe den Zettel in meinem Portemonnaie bald vergessen.

 

 

Teil 3

 

Nach der Diplomarbeitsabgabe im Februar 2011 überzeugte mich eine Freundin nach Indien zu reisen, um mich dort zu erholen und an einem Schweige-Retreat teilzunehmen. Erholung klang toll. Zu einem Schweige-Retreat konnte ich mir keine Meinung bilden, also trieb mich mal wieder die Neugierde dies auszuprobieren. Da ich zuvor noch nie in Indien war, brauchte ich nicht lange zu überlegen, denn Reisen ist meine Leidenschaft. Ich flog also für 2 Wochen in dieses Camp, um 12 Tage relativ abgeschottet am Strand von Goa zu schweigen. Das Programm des Retreats war streng. Jeden Morgen und Abend gab es Meditationen nach Osho und dazwischen galt es beim Sat-Sang (Treffen in der Wahrheit) still zu sitzen und nicht zu denken. Das alles war sehr neu für mich. Wer Osho oder die anderen spirituellen Meister waren, von denen im Sat-Sang erzählt wurde, wusste ich nicht. Es interessierte mich auch nicht wirklich, da ich obwohl ich physisch nicht sprach, die Stimmen in meinem Kopf lauter denn je wurden. Meine Meisterin, Neeru, sprach unentwegt davon, dass wir uns verbinden sollten und als ich nach einer dynamischen Meditation völlig erschöpft von dem Krach in meinem Kopf am Strand saß und auf den Ozean schaute, war ich bereit aufzugeben. Das Retreat näherte sich dem Ende und ich hatte immer noch keine verdammte Ahnung, womit ich mich denn so unbedingt verbinden soll und wie das überhaupt geht? Ständig dachte ich, warum ich überhaupt in diese Gruppe scheinbar harmloser Freaks gelangt bin? Ich gab also auf, das alles verstehen zu wollen und plötzlich waren sie weg. Die tausend Stimmen in meinem Kopf waren still. Es schien, als hätte das Meer mir zugerufen: Sarah, verbinde dich mit dir selbst.

 

Es gab einige Erlebnisse in Goa, die in mir eine starke emotionale Reaktion hervorbrachten. Eine leichte Meditation löste in mir ein bitterliches nicht enden wollendes Weinen aus und obwohl ich nur mit dem Rücken auf dem Boden lag, fühlte ich einen Widerstand in meinem gesamten Körper gegen diese stille friedliche Haltung, so dass es mich überall schmerzte. Damals verstand ich noch nicht, was passiert war. Ich fühlte nur, dass in mir nach diesen Erlebnissen eine Leichtigkeit aufkam, wie ich sie vielleicht das letzte Mal als Kind wahrgenommen hatte.

Teil 4

 

Zurück in Köln arbeitete ich noch ein paar Tage in meinem alten Studentenjob als Bedienung bei meinem Lieblingsitaliener, als mich einer unserer Stammgäste ansprach. Er fragte, ob ich im Urlaub gewesen sei, da ich so sehr gebräunt war. Ich sagte, dass ich in Indien war und hoffte heimlich, dass er nicht weiter nachfragen würde, da ich das dort Erlebte nicht unbedingt in Worte zu fassen wusste und wollte. Als er dann weiterfragte, ob ich denn dort viel herumgereist wäre, erzählte ich, dass ich an einem Schweige-Retreat teilgenommen hatte und dachte: „Na toll, jetzt ist dein Ruf als harmlose kleine Studentin, von der man sonst nichts weiß, ruiniert.“  Der Stammgast schien aber erst aufzutauen und war so sehr interessiert, dass ich ihn schließlich fragte, ob er selbst schon einmal an einem solchen Retreat teilgenommen hätte. Während er mir antwortete, dass er selbst solche Retreats leite, holte er sein i-phone aus der Jackentasche und rief seine Webseite auf. Ich war interessiert und schaute auf das Display, wo ich folgenden Namen las: Martin Brune!

 

Genau wie ich auf Elba entschieden hatte, bei Marlies zu bleiben und genau wie es mich irgendwie nach Indien zog, genau so spürte ich auch, dass ich mich von Martin Brune ausbilden lassen wollte. Das Gefühl, dass diese Ausbildung definitiv etwas war, was ich erleben wollte, ließ mich nicht los. Nach ein paar Tagen des Grübelns (wer verlässt sich schon auf sein Gefühl?!?) und einigen Rückfragen an Martin, habe ich mich am Institut für energetische Wissenschaften zur Ausbildung angemeldet.

 

Im November 2011 war meine schamanische Ausbildung bei Martin Brune zum "Vesseling Practitioner" abgeschlossen. Seitdem ist mein Bewusstsein genug geschult, um zu erkennen, wann es bereit ist, den nächsten Schritt zu tun. Nun folgte ich den Impulsen, die mir das Leben schickte und so kam es, dass ich im August 2012 noch eine Ausbildung bei Damien Wynne machte. Mit der Lichtgitter-Methode (Light Grids) habe ich eine Art und Weise der Energiearbeit kennengelernt, die meinem Wesen sehr stark entspricht, weshalb es mich nicht wundert, dass ich davon angezogen wurde.

 

Ich arbeite seit April 2013 nebenberuflich als Heilerin. Der Schritt in die Selbstständigkeit ist für mich persönlich die Erfüllung eines Jugendwunsches.

Im November 2014 habe ich die Ausbildung zur Aura Healerin bei Alexandra Sorgenicht abgeschlossen und nicht nur eine neue Methode, sondern auch wieder viel über mich selbst gelernt. Aktuell besuche ich weiterhin das Intuitionstraining bei Alexandra Sorgenicht und mache dort eine Ausbildung zur Aura Readerin.

 

Durch die aktive Arbeit an meiner Persönlichkeitsentwicklung begreife und erlebe ich das Leben und mein Wesen noch tiefer.

Die energetische Arbeit, in der ich die Denkerin in mir völlig abschalten darf und mein pures reines (Licht-)Wesen mich führt, das bedeutet mir Glück.